Bevölkerungs- und patientenorientierte Innovationsforschung

Die Durchsetzung innovativer Implantattechnologie auf den Ge­sundheitsmärkten ist kein Automatismus, sondern muss von Seiten der Unternehmen, der Ge­sundheitsdienstleister, der Kostenträger und weiterer Stakeholder exakt ana­lysiert, syste­matisch geplant und kontinuierlich überwacht werden. Der Gewin­nung und Pflege von Promotoren kommt hierbei eine große Rolle zu, wobei man an­nehmen kann, dass auch in dieser Branche der Grundsatz gilt, dass gute Fach­promotoren nicht automatisch die kaufmännische Expertise haben, die Technologie zur Marktdurchsetzung zu führen. Die anschließende Vermarktung ist ein Prozess, der bereits bei der Entwick­lung der Implantate gesundheitsökonomisch begleitet werden muss, um mögliche Innovationsbarrieren zu erkennen und zu überwinden. Nur so ist ge­währleistet, dass ein technologischer Fortschritt auch ein unternehme­rischer und gesundheitswirtschaftlicher Erfolg wird.

Im Projektbereich sollen der individuelle und gesellschaftliche Nutzen sowie der Ge­winn von Lebens­qualität durch Implantatinnovationen quantifiziert und, soweit möglich, die damit verbundenen Kosten ermittelt werden. Diese Systembetrachtungen bilden die Grundlage der RESPONSE-Entwicklungsstrategien bei der Konzeption von neuartigen Implantaten unter Berücksichtigung der Interessen der Unternehmen und der Möglichkeiten der Kostenträger. Ziel ist die Entwicklung und Anwendung von Methoden der gesundheits- und patientenorientierten System- und Innovationsforschung zur Bewertung von Implantat­innovationen für das Herz-Kreislauf-System, Auge und Ohr vor dem Hintergrund des Erhalts der Lebensqualität, Erwerbsfähigkeit und selbstbestimmten Lebensführung einer alternden Bevölkerung.

Das entstehende Gesamtbild aus Kosten, Nutzen und Prognose sowie der Potentiale und möglicher Durchdringungsbarrieren von Innovationen stellt für die beteiligten Medizintechnik­unternehmen eine erweiterte Grundlage für entsprechende Investitionsentscheidungen dar.