Implantate für das Auge

Drainageimplantate zur Behandlung des Glaukoms (Grüner Star)

Schema Glaukomstent

Das Glaukom stellt in Deutschland eine der häufigsten Erblindungsursachen dar. Derzeit ist weltweit von 60 bis 70 Mio. Fällen auszugehen. Aufgrund des demo­grafischen Wandels wird geschätzt, dass die Prävalenz im Jahr 2020 80 Mio. Fälle betragen wird. Das Glau­kom ist durch die Schädi­gung von Nervenfasern defi­niert. Häufige Ursache ist ein erhöhter intraokula­rer Druck (IOD) bedingt durch einen gestörten Kammerwasser­abfluss aus der Augen­vorder­kammer. Sind pharmako­logische Verfahren und Lasertherapien zur IOD-Sen­kung nicht er­folgreich, werden chirurgische Eingriffe notwendig. Klassische episkleral drainierende Im­plantate werden zunehmend abgelöst von Neuentwicklungen zur Drainage des Kammerwassers direkt in den Schlemmschen Kanal oder in den Suprachoroidalraum. RESPONSE erwei­tert die Konzeption zur Ver­besserung der Funktionsfähigkeit und Lebensdauer dieser Mikroimplantate, indem der Flusswiderstand eingestellt und die implantatbedingte Fibrosierung durch eine lokale antifibrotische Wirkstofffreisetzung redu­ziert wer­den kann [1].

[1] Schmidt W, Kastner C, Sternberg K, Allemann R, Löbler M, Guthoff R, Schmitz K-P: New Concepts for Glaucoma Implants - Controlled Aqueous Humor Drainage, Encapsulation Prevention, and Local Drug Delivery. Current Pharmaceutical Biotechnology, 2013, 14, 98-111

Intraokularlinsensysteme zur Behandlung der Katarakt (Grauer Star)

Schema Lens Refilling [2]

Die Katarakt stellt mit 33 % weltweit die zweit­größte Ur­sache für Sehbehinderungen dar. Die Implantation einer künstlichen Intraokularlinse (IOL) ist das Stan­dardtherapieverfahren mit welt­weit jährlich 6 bis 10 Mio. Eingriffen. Im klinischen Alltag werden heute zumeist monofo­kale, flexible IOL mit einer Silikon-oder Acrylat-Optik verwendet. Ein alternativer Ansatz wird verfolgt, indem durch axiale Verschie­bung mehrerer optischer Elemente gegeneinander eine Anpassung der Brechkraft erzielt werden soll. Andere Prinzipien beruhen auf mechatronischen Ansätzen oder dem Lens Refil­ling. Beim Lens Refilling soll die getrübte, natürliche Linse durch ein Poly­mergel ersetzt werden.

Ein Refilling mit Silikongel befindet sich im tierexperi­mentellen Stadium. Die Heraus­forderung für RESPONSE be­steht darin, die opti­schen Eigenschaften der natürlichen Linse zu erreichen und die Akkommodations­fähigkeit der Linse wiederherzustellen.

[2] O Nishi, K Nishi, Y Nishi,  S Chang, Capsular Bag Refilling using a Novel Accommodative Intraocular Lens, J Cataract Refract Surg. 2008 February ; 34(2): 302–309

Polymerbasierte subkonjunktivale Wirkstoffdepots zur medikamentösen Glaukomtherapie

Injizierbares Wirkstoffdepot

Die medikamentöse Glaukomtherapie erfordert die re­gelmäßige Anwendung von Augentropfen, die ge­rade bei älteren Patienten erschwert ist. Die Patienten­com­pliance ist oft gering, so dass ein subkonjunktivales Wirkstoffdepot, das über einen Zeitraum stetig das Glaukom­medika­ment freisetzt, eine kontinu­ierliche Therapie sicherstellen würde. Polymerformulie­rungen für lokale Wirkstoffdepots werden bereits von Firmen (z.B. DURECT, USA) angeboten und sind patentrechtlich geschützt. Für die durch RESPONSE zu leistende Überführung in ein Medizinprodukt gibt es erste tierexperimentelle Er­gebnisse eines zum Patent ange­meldeten subkonjunktivalen, biodegradierbaren Wirk­stoff­depots, das nach Injektion in situ poly­merisiert und die kontinuierliche Freigabe des Wirkstoffes ermöglicht (Abbildung).